Ortschaft Weddel Die Ortschaft Weddel Landkreis Wolfenbüttel

Wo
liegt Weddel eigentlich ???


Weddel – der Ort selber
Aufgrund seiner idealen Stadtrandlage zu Braunschweig ( ca. 15 km bis in die City ) ist Weddel zu einem beliebten Wohnort geworden. Dies bezeugen auch die vielen Neubauten wie z. B. im Rosengarten, Nelkenweg oder auf dem Dorfplatz. Wer kein Auto hat, der brauch nicht zu verzweifeln, denn Weddel ist an das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs angeschlossen. Regelmäßig fahren Busse von und nach Weddel (auch mitten in der Nacht, denn eine Linie des sogenannten „Nachtexpress“ hält in Weddel). Desweiteren befindet sich bei uns eine Haltestation der Deutschen Bahn. Aber auch mit dem Fahrrad kann man Braunschweig und die anderen Orte in der Umgebung gut erreichen.
Die Grundversorgung ist durch die im Ort befindlichen Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe und Institutionen sichergestellt. Hier befinden sich ein Lebensmittelgeschäft, Bäckerei, Fleischerei, zwei Banken mit Geldautomaten, eine Apotheke, ein Postamt, eine Grundschule, ein Kindergarten, eine katholische sowie eine evangelisch – lutherische Kirche, ein Hotel, ein Arzt, zwei Zahnärzte, eine Gaststätte sowie mehrere Handwerksbetriebe.
In den Vereinen des Ortes kommt man sich schnell näher. Hier wird man Anschluß an die Dorfgemeinschaft finden. Dafür sorgen z.B. die Freiwillige Feuerwehr, der Sportverein, der Schützenverein u. a. In Weddel leben zur Zeit 2950 Einwohner (Stand : 01.01.2008) und ist somit das (einwohnermäßig) größte Dorf innerhalb der Einheitsgemeinde Cremlingen.
Aus der Dorfgeschichte
Die durch Weddel führende Kreisstraße 141 hat nicht nur erheblichen Zielverkehr aufzunehmen, sondern ist als Verbindung der nördlichen Siedlungsgebiete Braunschweigs mit der Bundesstraße 1 auch mit starkem Durchgangsverkehr belastet. Dieser in Nord Südrichtung verlaufende Weg muß schon in frühgeschichtlicher Zeit wichtig gewesen sein, denn der 1226 erstmals urkundlich erwähnte Ortsname "Wedele" bedeutet soviel wie "Durchgang durch unwegsames Gelände". Hier fand sich ein Übergang durch das sich von Riddagshausen bis zum Weddeler Wohld erstreckende, ausgedehnte sumpfige Bruch und Waldgebiet. Die endgültige Dorfansiedlung wird in der Rodeperiode um 600 - 800 n.Chr. erfolgt sein. Darüber hinaus deuten mehrere nachgewiesene Wüstungen in der Gemarkung, deren Bezeichnungen heute noch in den Flurnamen lebendig sind, auf eine frühere Besiedlung hin.
Das 1898 südlich des Weddeler Grabens entdeckte Gräberfeld auf dem Pfingstanger belegt die Anwesenheit eines skandinavischen Stammes in den Jahrhunderten um Christi Geburt, der hier seine südlichste Ausbreitung fand. Über mehrere Jahrzehnte hinweg wurden Feuerstätten und viele Urnen in verschiedenen Formen gefunden, die zur Aufnahme von Leichenbrand oder als Gefäße für Grabbeigaben dienten, darunter ein wertvoller römischer Bronzekessel. Dieses Gebiet am Pfingstanger war etwa bis zur Völkerwanderung besiedelt.
Endgültig ist hier der Mensch dann am Nordhügel des Weddeler Grabens sesshaft geworden. Der alte Ortskern, der sich aus dem Feldriss von 1759 ergibt, stellt sich als typisches Reihen oder Wegedorf dar. Die ziemlich regelmäßig eingeteilten Höfe liegen jeweils auf der Südseite der beiden ostwestlich verlaufenden Wege, wobei der nördliche, also Kirchstraße Dorfplatz, der ältere sein dürfte. Als reines Bauerndorf waren damals in Weddel 9 Acker, 3Halbspänner und 18 Kothöfe sowie ein Brinksitzer, 2 Anbauer und 7 Häuslinge ansässig. Die Ernteerträge, die der karge Boden bei der Dreifelderwirtschaft hergab, reichte soeben für den eigenen Bedarf; man lebte vor allem von Viehzucht, Obst und Hopfenanbau sowie vom Holzverkauf. Das Dorf liegt an der Grenze zwischen Lößboden und den nordischen Sandflächen, die
einst nur eine Viehwirtschaft ermöglichten. Bis zu dieser Grenze war auch das niedersächsische Hallenhaus vorgedrungen, das die gegebene Hausform für Weidewirtschaft ist, während das mitteldeutsche Gehöft besser für den Ackerbau geeignet ist. Die alten Niedersachsenhäuser verschwanden im Dorf bis auf das eine in der Bauernstraße 17, als nach der Separation in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts der größte Teil der Höfe erneuert wurde.
Im Verlauf
seiner Geschichte gehörte Weddel wechselweise zum Besitz der Braunschweiger
oder der Lüneburger Herzöge. 1348 war das Dorf wieder an die Lüneburger
Linie der Welfenherzöge gefallen. Als südlichster Ort im Amt Campen war es
bei den Streitigkeiten der Herzöge besonders gefährdet, und so brannte der
Wolfenbütteler Herzog Bernhard das Dorf 1380 völlig nieder. Die Lüneburger
Herzöge kamen gern hierher, um in den ausgedehnten Wäldern zu jagen. Sie
erbauten westlich der Kirche ein Jagdhaus (Nr.ass. 32) und östlich davon eine
Herzogliche Küche (Nr.ass. 36), die beide 1678 an Weddeler Bürger verkauft
wurden. Auch im Dreißigjährigen Krieg litt das Dorf. So wurde die 1391
erweiterte Kirche, vermutlich einmal von den Zisterziensern als Kapelle
errichtet, von den Tilly'schen Truppen verwüstet.
Von größerem
Durchgangsverkehr war der Ort lange abgeschnitten, denn noch 1863 stimmten die
Weddeler aus Angst um ihr Viehfutter einem Straßenbau von Braunschweig Über
Riddagshausen Weddel Schandelah nicht zu. Diesen geplanten Verkehr nahm dann
der alte Handelsweg am Schöppenstedter Turm (heutige B 1) auf. Sicherlich die
Zeichen der Zeit erkennend und schlauer geworden, wehrten sie sich nicht mehr
1869 gegen die Planung zum Bau der Eisenbahn. Die günstige Bahnverbindung löste
eine Dorferweiterung aus und brachte eine wirtschaftliche Umstellung mit sich.
Aus dem Bauerndorf wurde in zunehmendem Maße eine Wohngemeinde. Saßen 1759
auf den 36 Anwesen 240 Einwohner, so war diese Zahl in den folgenden
einhundert Jahren lediglich bei dann 55 Gebäuden auf 320 gestiegen. Zehn
Jahre nach dem Eisenbahnbau dagegen wurde schon die 400‑Marke überschritten.
Die Einwohnerzahl wuchs kräftig weiter über 606 (1905) auf 817 im Jahr 1939.
Durch die Zuweisung von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg,
deren Anteil zeitweilig 38% betrug, steigerte sich
die Bevölkerung bis zum Jahr 1950 auf 1592.
Soll die historische Ortslage Dorfmittelpunkt bleiben, werden Teil oder Objektsanierungen und Verbesserungen im innerörtlichen Verkehr erforderlich sein. Wichtig sind vor allem die Sanierungsmaßnahmen besonders im Gefolge von landwirtschaftlichen Betriebsaufgaben, wie beispielsweise bereits auf dem Hof Bauernstraße 20 geschehen. Hilfestellung dazu bietet das jetzt für Weddel eingeleitete Dorferneuerungsverfahren.